Viele (selbstständige) Frauen und mit Gebärmutter geborene Menschen versuchen jeden Monat, „konstant“ zu funktionieren. Sie erwarten von sich, jeden Tag gleich viel Energie, Fokus und Motivation zu haben und fühlen sich falsch, wenn das nicht klappt.
Doch konstante Leistungsfähigkeit ist ein Mythos.
Der Schlüssel zu einem echten, stabilen Arbeitsrhythmus liegt direkt in Deinem Körper: in Deinen Zyklusphasen und in den inneren, archetypischen Anteilen, die Dich durch jede Phase aktiviert werden.
Wenn Du verstehst, wie diese Phasen wirken, wie sie Deine Energie verändern und wie Du sie gezielt im Arbeitsalltag nutzen kannst, wird Arbeiten klarer, leichter und sehr viel stimmiger.
Die vier Zyklusphasen – und warum sie Dein Arbeiten verändern können
In jeder Zyklusphase durchlaufen wir unterschiedliche, hormonelle Veränderungen, die einen bestimmten inneren Anteil in uns aktiviert. Das ist ein tiefenpsychologischer Ansatz von Dr. Miriam Stark, den ich auch in meinem Buch 30 Minuten Zyklusorientiertes Arbeiten* beschreibe.
- Die Junge (Follikelphase): Lernen, Neugier, Leichtigkeit
- Die Mütterliche (Ovulation): Verbindung, Kommunikation, Präsenz
- Die Magierin (Lutealphase): Intuition, Kreativität, Tiefe
- Die Alte (Menstruation): Weisheit, Klarheit, Loslassen
Wenn Du mit diesen Anteilen arbeitest statt gegen sie, nutzt Du die natürlichen Vorteile der vier Zyklusphasen im Arbeitsalltag, statt jeden Monat wieder an denselben Energieschwankungen zu verzweifeln.
Wichtig: Grundsätzlich gilt, den einen „perfekten“ Zyklus gibt es nicht. Jede:r Menstruierende hat einen individuellen Zyklus, der natürlichen Schwankungen unterliegt. So nimmt auch jede:r Menstruierende die Stärken des Zyklus anders wahr.
Zykluswissen ist kein Hokuspokus, sondern uraltes (Frauen-)Wissen. Gepaart mit der modernen Hormonforschung, kannst Du heutzutage die besten Schlüsse daraus ziehen, um Deinen Businesserfolg und Dein Wohlbefinden selbst in die Hand zu nehmen.
Dein Zyklus ist zudem eine Einladung auch Deine Businessführung im Einklang mit Deiner Weiblichkeit zu leben.
Genau das gibt es in unserer linearen (Business-)Welt noch viel zu selten. Es ist quasi eine weibliche Revolution im Business.Die vier Zyklusphasen und warum sie Dein Arbeiten verändern können
Phase 1: Follikelphase – Lernen & Spielen
Motto: Think big, but stay focused.
Innerer Anteil: die Junge
Nach der Menstruation steigt das Östradiol und aktiviert Deinen innerer Anteil, die Junge: wach, neugierig, mutig, voller Lust zu gestalten. Dein System fährt hoch, Du spürst mehr Leichtigkeit und bist klarer im Geist. Du saugst neues Wissen wie ein Schwamm auf und hast Bock darauf Neues auszuprobieren.
Genau die richtige Startphase für Deinen Zyklus, Deine Projekte und alles andere in Deinem Leben.
→ Was in der Follikelphase hormonell passiert, liest Du hier.
Deine Stärken in dieser Phase:
Du bist:
- ideenreich, lösungsorientiert und offen
- strategisch klar
- lernbereit
- mutig genug, Neues auszuprobieren
- kannst die Dinge spielerisch angehen
Im Arbeitsalltag heißt das konkret:
- Starte neue Projekte, auch wenn sie noch nicht zu 100 % durchdacht sind.
- Plane strategisch: Prioritäten, Monatsstruktur und Deinen Fokus.
- Nähre Deinen Geist: Weiterbilden, Brainstorming, Content-Entwürfe.
- Nutze Deine Begeisterung, aber überpace nicht!
Phase 2: Ovulationsphase – Lieben & Genießen
Motto: Share it, love it, live it.
Innerer Anteil: die Mütterliche
Jetzt ist es Zeit fürs Rampenlicht, baby! Der Östradiol-Peak führt zum Eisprung und eröffnet Dir damit Deine kontaktfreudigste Phase. Die innerliche, mütterliche Anteil übernimmt und ist präsent, warm, kommunikativ und strahlend. Diese Energie gibt Dir das Gefühl unbesiegbar zu sein und das ohne jegliche Anstrengung.
→ Die Eisprungphase verständlich erklärt, findest Du hier
Die Stärken in dieser Phase
Du kannst jetzt besonders gut:
- diplomatisch kommunizieren
- easy Netzwerken
- inspirieren, vermitteln, moderieren
- Dich zeigen, ohne zu overperformen
So nutzt Du die Superkräfte im Arbeitsalltag
- Führe die wichtigen Gespräche: Feedback, Sales, Kooperationen.
- Präsentiere Deine Arbeit: Reels, Workshops, Lives, Pitches.
- Arbeite im Teamflow: Brainstorming, Meetings, Austausch.
- Genieße den Kontakt mit anderen, aber achte Deine persönlichen Grenzen.

Dein Zyklus als Business-Kompass?
In meinem Buch „30 Minuten Zyklusorientiertes Arbeiten“ liest Du, wie Du mit Deinem Zyklus arbeitest statt gegen ihn.
Ob angestellt, selbstständig oder in Führungsverantwortung, mit diesem Buch bekommst Du alltagstaugliche Strategien, um in Deinen persönlichen Flow zu kommen und Energie und Fokus im Alltag gezielt einzusetzen.
Phase 3: Lutealphase – Kreativität & Intuition
Motto: Go deep. Trust your gut.
Innerer Anteil: die Magierin
Nach dem Eisprung übernimmt ein neues Hormon das Zepter in Deinen Eierstöcken: Progesteron steigt an und zieht Dich und Dein System nach innen. Das ist biologisch total normal und aktiviert Deine inneren, magischen Anteil. Der ist jetzt eher intuitiv, kreativ und tiefgehender unterwegs. Dein Fokus richtet sich aufs Wesentliche, nicht mehr so stark aufs Außen.
→ Wusstest Du, dass sich die Lutealphasen in 2 Phasen unterteilt? Erfahre hier mehr
→ Was hilft bei PMS wirklich, wenn die Lutealphase alles auf den Kopf stellt? Lies hier weiter
Deine Stärken in dieser Phase
Wenn Du Zugang zu Deinem inneren, magischen Anteil hast, bist Du womöglich:
- tiefgründig, assoziativ, kreativ
- verbunden mit Deiner Intuition
- präzise und klar im „Was passt / was passt nicht mehr?“
- fähig, Dinge zu verfeinern und zu Ende zu bringen
So nutzt Du die Superkräfte im Arbeitsalltag
- Reduziere äußere Reize: Dein Nervensystem dankt es Dir.
- Zieh Dich für fokussiertes Arbeiten zurück (Zeit für Deep Work!).
- Optimiere, überarbeite, verfeinere Projekte.
- Lass kreativen Ausdruck zu: Schreiben, Male, Visualisieren, Kritzeln.
- Triff intuitive Entscheidungen, denn Dein Bauch weiß’s oft früher.
Phase 4: Weisheit & Loslassen (Menstruation)
Motto: Let it flow. Let it go.
Innerer Anteil: die Alte
Mit dem hormonellen Tief fährt Dein ganzes System runter: körperlich, mental, emotional. Dein innererer, alter Anteil meldet sich nun: reduziert, weise und sehr klar, weil hormonell jetzt weder von Östrogen, noch von Progesteron gedoped. Du kommst Dir selbst näher, wenn Du Dir erlaubst, langsamer zu werden und Dir die Ruhe zu schenken, die Dein Körper jetzt braucht.
→ Du erlebst während der Periode immer wieder starke körperliche Symptome? Lies hier warum.
Deine Stärken in dieser Phase
Wenn Du Zugang zu Deinem inneren, alten Anteil hast, schenkt Dir diese Phase:
- tiefe Klarheit darüber, was gehen darf
- innere Ausrichtung, Visionstiefe, intuitive Führung
- Ruhe, die zu echten, lebensverändernden Erkenntnissen führt
- Perspektivwechsel und kraftvolle Entscheidungen
So nutzt Du die Superkräfte im Arbeitsalltag
- Lass los, was Dich nicht nährt – im Business und darüber hinaus.
- Plane bewusste Rückzugszeit ein: weniger Termine, mehr Stillarbeit.
- Journale, mache Rückblicke, kreiere Visionen, aber ohne direkt umzusetzen.
- Arbeite langsamer und am besten immer wieder im Liegen, wenn möglich.
- Sag ehrlich, wenn Du weniger Kapazität hast!
Ohne App und Rätselraten: Finde in nur 5 Minuten heraus, in welcher Zyklusphase Du gerade bist
Genau Deins, wenn Dich PMS, Periodenbeschwerden oder Energietiefs immer wieder ausbremsen und Du endlich verstehen willst, was wirklich in Deinem Körper los ist.
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Zyklus-Superkräfte im Arbeitsalltag nutzen
Wenn Du Deine zyklischen Bedürfnisse kennst und ihnen Raum gibst, entsteht genau das, was vielen (selbstständigen) Frauen* fehlt: Klarheit, Fokus und Selbstvertrauen und das ohne Dich zu überfordern.
Kurzüberblick:
- Follikelphase: Lernen, Ideen, kraftvoll starten
- Ovulation: Netzwerken, Präsentieren, Diplomatie
- Lutealphase: Verfeinern, Deep Work, kreatives Schaffen
- Menstruation: Reflexion, Klarheit, Neujustierung
Du musst Deinen Arbeitsalltag nicht komplett umkrempeln, um zyklusorientiert zu arbeiten. Du machst ihn Schritt für Schritt stimmiger und nutzt dafür mutig die Superkräfte, die längst in Dir schlummern.
Wichtig ist, dass Du weißt, wann, was möglich ist. Und für Dich ausprobierst, was am besten wann passt. Nutze dafür Deine zyklischen Qualitäten und die Arbeit mit den inneren Anteilen.
Zyklusorientiertes Arbeiten bedeutet: Du nutzt die zyklischen Vorteile, statt gegen sie anzukämpfen. Und ja – es verändert alles!
Seitdem ich zyklusorientiert arbeite, bin ich viel kreativer und effizienter in meinen Arbeitsprozessen. Beim Verkaufen strahle ich ein Selbstbewusstsein aus, das meine Kund:innen begeistert.
Woher das kommt?
Ich lege mir Termine und To-Dos in die passende Zyklusphase.
Außerdem weiß ich jetzt, warum mir an manchen Tagen die Energie fehlt und was ich dann tun kann.
Das kam nicht von jetzt auf gleich. Ich habe ausprobiert, geübt und mich immer wieder beobachtet. Es ist ein Prozess. Aber einer der sich – meiner Meinung nach – mehr als lohnt.
Das Tolle daran ist, dass sich Deine Zyklusphasen jeden Monat wiederholen. Du kannst also jederzeit einsteigen und üben.
Probiere es am besten mal selbst aus!
Willst Du lernen, wie Du Deinen Zyklus wirklich für Deinen Arbeitsalltag nutzen kannst?
Wenn Du merkst, dass Du ständig gegen Deinen Körper arbeitest statt mit ihm, ist mein 1:1-Zykluscoaching der Ort, an dem Du Deine innere Dynamik verstehst — und in echte Selbstführung übersetzt.
→ Schreib mir, was bei Dir gerade los ist.
Oder
→ Buche Dein 1:1-Kennenlerngespräch.
Du musst das nicht allein herausfinden. Wir machen das zusammen in Deinem Tempo.

Super Artikel. Vielen Dank dafür. Ich lebe schon länger nach meinem Zyklus und versuche das immer mehr in meine Arbeit zu integrieren.
Was verstehst du denn unter ehrliche Gespräche führen im Buisness in der Lutealphase?
Herzliche Grüße
Anna-Katharina
Hi liebe Anna-Katharina!
Vielen lieben Dank für Deine Nachfrage – und gute Frage!
In der Lutealphase sind viel mehr mit uns selbst und unseren Bedürfnissen connected. Das führt dazu, dass wir hier sehr viel geerdetere Gespräche führen und nicht so sehr dazu tendieren, uns zu verbiegen oder es anderen Recht machen zu wollen. Wir sind ehrlicher zu uns selbst und anderen. Dürfen aber auch darauf achten, nicht gleich der Elefant im Porzellanladen zu sein und allen unsere Sicht der Dinge rücksichtslos um die Ohren zu hauen 😉
Ist das für Dich verständlicher?
Sonnige Grüße
Mandy
Hallo liebe Mandy,
danke dir für diesen mega Artikel! Wie planst denn die einzelnen Phasen von der Dauer her? Die Eisprungphase ist ja zeitlich sehr kurz oder planst du jeweils eine Woche, beginnend ab Periode, Eisprung etc?
Alles Liebe
Aurelia
Moin Aurelia,
mittlerweile plane ich gar nicht mehr so viel, sondern gehe vor allem mit dem Flow. Sprich ich nutze vor allem die Qualitäten der einzelnen Phasen statt To-Dos strikt in die Phasen zu „pressen“.
Wie Du schon schreibst, sind die Phasen unterschiedlich lang. Da hilft es zu beobachten, wie lang Deine Phasen jeweils sind. Beispielsweise durch Zyklustracking.
Meld Dich gerne, wenn Du dazu mehr wissen willst oder noch eine Frage hast.
Sonnige Grüße
Mandy
Hallo Mandy
Ich verfasse eine Studienarbeit zum Thema: der Menstruationszyklus im Kontext der Beratung in der Sozialen Arbeit. Möglichkeiten und Implementierung zyklusorientierter Ansätze in der Beratung. Ich bin daran interessiert herauszufinden, wie diese beiden Themen miteinander vereinbart werden können und welche Hindernisse dabei bestehen. Nun fällt es mir unglaublich schwer passende Literatur zu finden.
Kannst evtl. du als Profi mir weiterhelfen passende Literatur zu finden?
Herzlich,
Maëlle
Liebe Maëlle,
vielen Dank für Deine Nachricht und was für ein spannendes Thema!
Konkrete Literatur zu Deinem Bereich kenne ich (noch) nicht. Allerdings können wir gerne mal schnacken. Schick mir doch eine E-Mail an moin@mandyjochmann.com.
Bis gleich,
Mandy